Wie steht's mit den Kohlenhydraten?

Für Diabetiker wird eine kohlenhydratreiche Ernährung empfohlen. So stellen Kohlenhydrate mit mehr als 50 % den Hauptbestandteil der täglichen Energiezufuhr dar. Der Begriff Kohlenhydrate ist ein Sammelbegriff für verschiedene Verbindungen aus Zuckerelementen. Diese weisen eine unterschiedliche Anzahl an Bausteinen und eine ganz unterschiedliche Wirkung auf Blutzuckerwerte und -verlauf auf:

Zucker
Ein- und Zweifachzucker, wie Traubenzucker (Glukose), Haushaltzucker (Saccharose), brauner Zucker, Kandiszucker sowie Honig sind nur aus einem oder aus zwei Zuckerbausteinen zusammengesetzt. Von daher können sie vom Verdauungstrakt leicht und schnell in das Blut gelangen und spontan zu hohen Blutzuckerwerten führen. Daher sind sie im Rahmen der diabetikergerechten Ernährung weniger empfehlenswert.

Dementsprechend sollte Zucker in freier Form und in Getränken gemieden werden. In Verbindung mit Nähr- und Ballaststoffen ist Zucker erlaubt, sofern er mit der Insulinwirkung abgestimmt ist. Allerdings sollte der Anteil an zugesetztem Zucker an der täglichen Kalorienzufuhr 10 % (rund 30-50 g) nicht überschreiten.

Stärke
Stärke gehört zu der Gruppe der so genannten Vielfachzucker. Sie ist das Haupt-Kohlenhydrat der einzelnen Getreide- und Brotsorten, von Kartoffeln, Nudeln sowie Reis. Stärke ist ein komplexes Kohlenhydrat, das aus sehr vielen Zuckerbausteinen besteht. Diese sind auf komplizierte Art und Weise zu Ketten verknüpft. Im Verdauungstrakt ist von daher mehr Arbeit und Zeit erforderlich, um die Spaltung dieser Ketten in körpergerechte Zuckerbausteine vorzunehmen. Denn erst als einzelne Zuckerbausteine können sie ins Blut und damit in den Körper gelangen.

Dies ist für den Diabetiker von entscheidender Bedeutung, denn der Blutzuckerverlauf steigt nach Verzehr komplexer Kohlenhydrate nur langsam an und erreicht niemals die Spitzenwerte, wie sie nach dem Verzehr von Zucker zu beobachten sind. Gleichzeitig hält die Energieversorgung durch komplexe Kohlenhydrate vergleichsweise lange vor. Damit haben sie eine deutlich Günstigere Wirkung auf Blutzuckeranstieg und -verlauf als Zucker.